**
Schahadildin von Damask. 55
auf einmal den ganzen Reichthum glaͤnzen zu laßen, womit ihr Mund eben erſt geſchmuͤckt war.—
„Was iſt das, Thalidé?“ ſagte die Prinzeſſinn; „ſind dir dieſe Nacht die Zaͤhne wieder gewachſen?“
„ Das iſt mir nicht uͤber Nacht geſchehen, Her⸗ rinn, ſondern am Tage.“—
„Komm her; wie! das ſind ja wirkliche Zaͤhne; beiß einmal auf meine Fingerſpitze.... Wahrhaftig, ſie machen ſich ſehr fuͤhlbar; das iſt außerordentlich: er⸗ klaͤre mir, wie iſt es damit zugegangen?“—
„Derſelbe Mann, uͤber den man ſich luſtig machte, Herrinn, hat mir in einem Augenblick dieſes Geſchenk gemacht; es ſitzt ein wenig feſter, als die Feder, wel⸗ che man ihm auf die Schulter geheftet hatte.“
Die Neugierde der Prinzeſſinn haͤtte ſie ohne Zwei⸗ fel noch weiter gefuͤhrt, aber eine Graͤte des Fiſches, welchen ſie koͤſtlich fand, und von welchem ſie mit zu großer Begier aß, blieb ihr in der Kehle ſtecken, und ſie war genoͤthigt, vom Tiſche aufzuſtehen.
Anfangs machte die Natur ſelber alle Anſtrengun⸗ gen, um den fremdartigen Koͤrper auszuwerfen, aber vergeblich. Hierauf wandte man allerlei kleine Mittel an, deren man ſich bei ſolchen Zufaͤllen zu bedienen pflegt, aber gleichfalls fruchtlos.
——


