Schahadildin von Damask. 25
mir die ganze Nacht durch den Kopf gegangen, und nach Tiſche will ich euch alle meine Entwuͤrfe mit⸗ theilen.“
Die Hoffnungen, welche eine ſolche Anrede in Ha⸗ méné's Herzen erregte, war geeignet, ihr Heiterkeit und Eßluſt mitzutheilen: auch ließ ſie beides glaͤnzen, jedoch mit einer gewiſſen Ungeduld, den Tiſch aufgeho⸗ ben zu ſehen.
„Laßt uns auf unſre Enkelinn zuruͤckkommen,“ ſprach der Armenier:„wißt ihr wohl, daß das ein Biſſen fuͤr den einzigen Sohn eines Koͤnigs waͤre?“
„Wahrlich,“ erwiederte ſie,„ich glaube es wohl: aber die Koͤnige muͤßen ſchon darauf Verzicht thun, weil wir uns nicht bis zu ihnen erheben koͤnnen.“—
„Und doch! meine gute Heilige, ich habe mehr Huͤlfsmittel, als ihr euch einbildet. Eure Anſtren⸗ gungen richten ſich gegen den Himmel, ich dagegen vermag etwas auf Erden: was gaͤbet ihr mir wohl, wenn durch meine Vermittelung eure Enkelinn die Ge⸗ mahlinn des Erben eines maͤchtigen Koͤnigs wuͤrde?“—
„Ich gaͤbe euch... aber nach der Pilgerfahrt ſeid ihr ja Herr meines Leibes; ich habe alſo nichts mehr, als meine Seele euch zu geben.“
„Eure Seele, meine gute Heilige! ich kenne ſie, und nehme das Geſchenk an, im Namen desjenigen, fuͤr den alles geſchieht, was ich thue, dem ich alles verdanke, was ich beſitze und was ich vermag: gebet


