Schahadildin von Damask. 23
„Sechzehn Jahre! das iſt ein ſchoͤnes Alter; ſie muß nach euch ſchlachten, reizend ſein.“—
„Ihr ſeid ſehr guͤtig: aber die Wahrheit zu ſa⸗ gen, kein Auge moͤchte auf Erden noch eine erblicken, die ihr an Schoͤnheit und Sittſamkeit gleich kaͤme.“
Vierhundert und neun und funfzigſter Tag.
Der Kaufmann ſtand ruhig vom Sopha auf, ſtieg auf eine Leiter, nahm eine ſehr hoch ſtehende Schachtel herunter, oͤffnete ſie, und zog daraus ein Halsband von Perlen hervor, welche durch ihr Waſ⸗ ſer, ihre Geſtalt und Gleichheit von unſchaͤtzbarem Werthe waren.
„Hier iſt,“ ſprach er,„ein Roſenkranz fuͤr eure
ſchoͤne und fromme Enkelinn; beruͤhret ihn mit dem eurigen, um ihm Werth mitzutheilen, dann wollen wir hingehen und ihn ihr bringen.“ Haméné, Wittwe eines Kaufmanns, der mit Perlen gehandelt hatte, ſah ein Geſchenk vor ſich, wel⸗ ches einer Koͤniginn wuͤrdig geweſen waͤre; ſie be⸗ dachte, daß ein Mann, der ihr ein Geſchenk von ſol⸗ chem Werthe gab, fuͤr ein Maͤdchen, welches er nicht einmal kannte, auf die er alſo keine Abſicht haben konnte, nicht anſtehen wuͤrde, die Reiſe nach Mekka zu machen. Die Freude funkelte in ihren Blicken.


