Schahadildin von Damask. 15
muͤßt ihr auch Augen hinten am Kopfe haben; ſie ha⸗ ben ſo viel lange Finger, euch eure Kleinode zu ſteh⸗ len, als eine Spinne Fuͤße hat. Wenn ſie einen Tauſch
mit euch machen wollen, ſo geben ſie euch gefaͤrbtes Glas fuͤr einen Karfunkel aus.
„Tretet ihr in ihre Laͤden, um ein Stuͤck Zeug zu kaufen, ſo werden ſie euch mit Bewillkommungen und Hoͤflichkeiten, mit Hoͤflichkeiten und Bewillkom⸗ mungen ſo lange in dem Gemache umherfuͤhren, bis ſie mit einem unvermerkten Schub ein Fenſter ge⸗ ſchloſſen haben, welches zu viel Licht auf die Maͤngel desjenigen werfen wuͤrde, was ſie euch vorlegen ſol⸗ len. So ſind die Maͤnner hier beſchaffen; man muß ſie fliehen: und vertrauet ihr den Weibern, da kommt
ihr noch ſchlechter an!“
„Ich habe ſagen gehoͤrt,“ erwiederte der Arme⸗ nier,„daß ſie ſehr zutraulich und ſehr ſchoͤn ſind.“
„Zutraulich!“ antwortete meine Urgroßmutter: „warum ſagt ihr nicht lieber verbuhlt? Aber alles iſt nur angenommenes Weſen bei ihnen; man weiß wohl, warum es ihnen zu thun iſt. Und wenn ſie huͤbſch ſcheinen, ſo iſt das mehr eine Wirkung der Kunſt, als der Natur. Ihr Geſicht iſt unten bleich und oben ge⸗ ſchminkt; und die ſchwarzen Fleckchen, welche ſie aus Uebermuth auf ihrer Haut zu verſtreuen ſchel⸗
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