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456. Tag.
„Seid ihr nicht die gute heilige Haméné?“ fragte ſie eine Sklavinn von ſehr gutem Ausſehen und vollkommen wohlgekleidet.
„Ja,“ antwortete ſie.
„Wenn das iſt,“ fuhr die Abgeſandte fort,„ſo wuͤrdet ihr meinen Herrn, einen reichen Armeniſchen Kaufmann, der hier nahebei im Chan*) wohnt, un⸗ endlich verbinden, wenn ihr ihm die Gnade erwieſet, zu ihm zu kommen: er bedarf hoͤchlich eurer Gebete, und wird fuͤr die Gnade, welche ihr ihm erzeiget, ſehr erkenntlich ſein.“
„Hurtig ans Werk!“ ſprach meine Urgroßmutter bei ſich ſelber,„damit die Fakire uns nicht zuvorkom⸗ men: die Laͤden und Waarenlager des Chans von Da⸗ mask wiegen wohl die Grabſtaͤtten um die Stadt auf, und bis ich mich anderswo und auf andere Weiſe raͤ⸗ chen kann, will ich den Kaufleuten, wenn ſie mich an⸗ hoͤren, wie ſie ſollen, meine Feinde ſchon gehͤrig ſchildern. 5.
Ich wuͤrde ſie zu Freunden haben, wenn ich mit ihnen haͤtte theilen und ihnen meine Thuͤr oͤffnen wol⸗ len: aber ich habe eine Tochter zu erziehen und zu verheirathen; ſie haͤtten mein Haus in uͤbeln Geruch gebracht, und ich gewinne mehr an meinem Rufe, wenn ich in meinem Stadtviertel einige wohlange⸗
*) Herberge und Waarenlager für fremde Kaufleute.


