Teil eines Werkes 
8. Bd. (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

1

6 456. Ta g.

Vierhundert und ſechs und funfzigſter Tag.

Die Oberhaͤupter dieſer beiden Genoſſenſchaften erſchienen nicht mit leeren Haͤnden; ſie brachten Hand⸗ ſalbe fuͤr den Richter mit. Nachdem ſie denſelben ge⸗ hdrig unterrichtet hatten, daß ſie eines guͤnſtigen Aus⸗ ſpruchs von ihm beduͤrften, beſtieg er feierlich ſeinen Richterſtuhl, und forderte ſie auf, ihre Sache vor⸗ zutragen.

Herr, ſprachen ſie,ein altes Weib, welches eure Weisheit zu Schanden machen moͤge, begnuͤgt ſich nicht damit, mit aufgeloͤſten Haaren allen Leichen⸗ begaͤngniſſen nachzulaufen, dabei ein Geheul auszuſto⸗ ßen, welches die Aufmerkſamkeit von unſern Gebeten abzieht, kurz, noch ein Scheuſal mehr im Gefolge des Todes zu ſein: ſie begibt ſich auch auf alle Todten⸗ acker von Damask, dringt in die Grabſtaͤtten ein, und

erfrecht ſich, dort ganz laut Il⸗fathea und Il⸗

kathmé ³²) zu ſprechen, was eigentlich unſers Am⸗

s iſt.

Verleitet durch ihre Grimaſſen und Verzuckungen, verſchmaͤht das Volk die Huͤlfe, welche wir den ver⸗ ſtorbenen Glaͤubigen gewaͤhren koͤnnen, und ſetzt ſein ganzes Vertrauen auf die Uebertreibungen dieſes ſchein⸗ heiligen Geſchoͤpfs. 1

*) Fisfathea iſt der Eingang zum Gebete; Jlekathmé iſt das Geber für die Todten⸗