Teil eines Werkes 
8. Bd. (1828)
Entstehung
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Schahadildin von Damask. 35

Die Boͤſeſten, fuhr ſie fort,ſind am meiſten zu be⸗ klagen. Ach! wie ſehr beduͤrfen ſie es, daß man hin⸗ gehe, auf ihren Graͤbern zu beten, um die Voͤgel der Hoͤlle von ihnen zu verſcheuchen, welche an ihren Herzen und Eingeweiden nagen, ohne daß man es gewahrt.

Auch haͤtte ſie, durchdrungen von dem Gedanken, daß die Todten ihres Gebetes ſo ſehr beduͤrften, ſich nimmer zu Bette gelegt, ohne daß ſie um und auf den Grabſtaͤtten umher geſtreift waͤre, um ſich, wie ſie ſagte, der einzigen wahren Pflicht zu entledigen, wiſche denjenigen oblaͤge, die noch auf Erden wan⸗ elten. 3

Dort erbaute ſie das Volk durch die andaͤchtige Miene, womit ſie die gewoͤhnlichen Gebete verrichtete. Als die Fakire und Derwiſche, in deren Gewerbe ſie eingriff, ſahen, daß man ſich der Gebete wegen lieber an die Heilige, als an ſie wandte, und daß ſie Be⸗ zahlung dafuͤr nicht verſchmaͤhte, wurden ſie zugleich von Eiferſucht und Eigennutz getrieben, bei dem Na⸗ kib*) Klage zu fuͤhren.

*) So heißt das Oberhaupt der Kadi's, der Oberrichter.