Teil eines Werkes 
7. Bd. (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

310 451. T A 9.

hin, fuͤr die Verkleidung zu ſorgen, welche der verliebte junge Prinz anlegen ſollte.

Am folgenden Morgen erſchien ſie wieder in dem Palaſt, und nachdem ſie, wie gewoͤhnlich, mit der Hofmeiſterinn und Amme geſchwatzt hatte, fand ſie Eeieheibele ſich dem Prinzen zu naͤhern, der ſie ſchon uchte.

Euer Handel iſt richtig, ſprach ſie zu ihm,es koſtet mich nur eine kleine Luͤge und ein Opfer. Das Haus, wohin ich euch heute Abend fuͤhren will, iſt dasjenige, in welchem ich die freundlichſte Aufnahme in ganz Samarkand gefunden; ich habe verlauten la⸗ Fen, ich erwarte meine Tochter, die zwei Tagereiſen

von hier wohnt; und man bezeigt große Ungeduld, ſie zu ſehen. Die Schoͤne, welche ich euch ſo geruͤhmt habe, iſt eben erſt von einer Krankheit geneſen, und ihre Aeltern ſind zufrieden, daß meine Tochter kom⸗ men und einen großen Theil des Abends in ihrem Hauſe bei ihrer geliebten Tochter zubringen wird.

Ich habe in meinem Korbe eine Frauenkleidung, ſie wird euch bewundernswuͤrdig ſtehen; ihr muͤßt es ſo einrichten, daß wir, mit Anbruch der Nacht, durch eine geheime Thuͤre den Palaſt verlaßen koͤnnen. Wir be⸗ geben uns dann nach dem Hauſe der Schoͤnen, und waͤre es moͤglich, daß ich mich bei der Schilderung ge⸗ taͤuſcht haͤtte, welche ich euch von einem Fraͤulein ge⸗ macht, die mir eben ſo lieb iſt, als meine Tochter, ſo