Badoildin, Prinz der Tatarei. 3⁰7
ſenſpitze ziert. Ich will ſie euch leibhaft zeigen: aber ich muß mich zuvor gewiſſer Tropfen bedienen, um meine Augenlieder aufzuſchwellen, dergeſtalt, daß ſie faſt an einander kleben und daß die Anſtrengung, das Licht dazwiſchen herein zu laßen, die winzige Oeffnung, welche ich dazu laße, tief zuruͤckzerret.“
Nachdem ſie ſich ſo zugerichtet hatte, ſteckte ſie die Haͤnde in ihre Aermel, verlaͤngerte den Hals, und watſchelte ſo auf den Knoͤcheln ihrer Fuͤße von einem Ende des Zimmers zum andern.
Die Frauen brachen bei dieſem Anblick in ein un⸗ maͤßiges Gelaͤchter aus. Der Prinz kam dazu, und fragte nach der Urſache ihrer Luſtigkeit.
„Kommet und ſehet eure Braut, die reizende Prin⸗ zeſſinn von China!“ antworteten ſie ihm.
Shaſſa⸗Rikdin fand die Sache ſo ſpaßhaft, daß er ſich nicht erwehren konnte, ſelber daruͤber zu lachen. Die vorgebliche Salbenhaͤndlerinn von Muſſul knuͤpfte ein Geſpraͤch mit ihm an; er kannte ſie ſchon, und indem er ſie beiſeite zog, fragte er ſie:
„Was ſpielſt du da fuͤr eine Poſſe? Kennſt d die Prinzeſſinn von China?“
„Ob ich ſie kenne?“ antwortete das falſche Ge⸗ ſchdpf;„ich verſichere euch, mein Prinz, daß ſie nicht fuͤr euch gemacht iſt: ihr ſeid ſchlank, wie das Rohr


