Teil eines Werkes 
7. Bd. (1828)
Entstehung
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3⁰² 449. Tag.

ihr habt ſtarke Hitze, von einem Feuer, das ihr ver⸗ berget; euer Puls zieht ſich zuſammen, er zeigt mir die Gewalt, welche ihr euch ſelber anthut, nicht zu reden; eure Augen ſelbſt, welche ſo ſchoͤn der Spiegel feurer reinen Seele ſind, verrathen eine Art von Verle⸗ genheit, welche der gewoͤhnlichen Unbefangenheit eurer Blicke widerſpricht.

Wolltet ihr es mir verſagen, mir ein wenig Ver⸗ trauen zu ſchenken? mir, der ihr theurer ſeid, als meine eigene Tochter; mir, die ich noch dieſen Mor⸗ gen zu den Fuͤßen des Bildes des großen Aſtaroth*) eine Taube, ſo unſchuldig wie ihr, dargebracht habe?

Ach! indem ihr euch mir anvertrauet, entdecket ihr mir nichts, was ich nicht ſchon weiß, und was ich nicht gruͤndlich heilen wollte und koͤnnte. Ihr ſeid verliebt! Ihr erroͤthet! ich ſehe, daß ich es errathen habe; aber erroͤthen iſt mir noch nicht genug, um das treffliche Mittel anwenden zu koͤnnen, welches ich im Sinne habe: ich muß auch wiſſen, in wen ihr verliebt ſeid.

Ich wage es nicht, zu bekennen.

Wir werden gleich hoͤren, daß ihr in einen ſchoͤ⸗ nen Prinzen verliebt ſeid; und anſtatt daß ihr ſtolz darauf ſein ſolltet, eure Neigung ſo wuͤrdig verſchenkt zu haben, faͤllt es euch ein, daruͤber beſchaͤmt zu ſein.

*) Ein aus der Biber bekannter Philiſter⸗Götze.