Teil eines Werkes 
7. Bd. (1828)
Entstehung
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Badvildin, Prinz der Tatarei. 301

ſchen beiden Voͤlkern abzuſchließen und die Hand der Prinzeſſinn von China, der Tochter ſeines Herrn, fuͤr den Prinzen Shaſſa⸗Rikdin anzubieten.

Dieſe Neuigkeit hatte die Kranke vollends nieder⸗ geſchlagen; ſie ſank in eine Ohnmacht, welche das Ende ihres Lebens zu ſein ſchien. Das ganze Haus gerieth dadurch in Unruhe. Als man durch allerlei Mittel die ſchoͤne Ohnmaͤchtige wieder ins Leben geru⸗ fen hatte, blieb die Salbenhaͤndlerinn von Muſſul dort und wachte bei ihr mit den zwei Sklavinnen, an denen die Reihe war. Als ſie ſo mit gekreuzten Beinen auf einem Teppich ſaßen, ſprach ſie zu ihnen:

Nein, nunmehr werde ich es nicht leiden, daß die Aerzte durch ihre Quackſalbereien und Unwiſſenheit das reizendſte Frauenbild in Samarkand, ja in der ganzen Tatarei vollends toͤdten. So bald ſie etwas verlanget, ſo laßet mich an ihr Bett treten und ſie be⸗ dienen: und wenn ich von ihr weggehe, ohne ihr Lin⸗ derung verſchafft zu haben, ſo ſoll die Schachtel, wel⸗ che ihr hier ſehet, euer ſein; und ihr wißt, daß ich nur die koſtbarſten Waaren hieher bringe.

Die Sklavinnen ließen die Salbenhaͤndlerinn ge⸗ waͤhren. Auf den erſten Wink naͤherte ſie ſich dem Bette der Kranken, und ſagte zu ihr:

Ihr kennet mich wohl, ſchoͤnes Fraͤulein? eure Mutter kann euch nicht zaͤrtlicher lieben, als ich. La⸗ ßet mich eure Haut anfuͤhlen. Oh! wie ſie brennt!