Badoildin, Prinz der Tatarei. 299
Billah⸗Dadil, von einem Feuer entbrannt, wel⸗ ches ſie ihren Aeltern nicht zu geſtehen wagte, verging zuſehens, zehrte aus, und nahm vergebens zu den ge⸗ ſchickteſten Aerzten von Samarkand ihre Zuflucht: ſie ſahen in ihr ſchon ein dem Tode geweihtes Schlacht⸗ opfer. 3
Ihr Vater, ihre Mutter, ihre Bruͤder, alle wa⸗ ren untroͤſtlich.
Vierhundert und neun und vierzigſter Tag.
Seit ſechs Monaten hatte eine Frau, welche mit Wohlgeruͤchen, Salben, Schminke und anderen Be⸗ ſtandtheilen des weiblichen Putztiſches handelte, ſich in Shamakda's Haus eingeſchlichen: ſie gab vor, ſie waͤre aus Muſſul. Ihre Waaren hatten viel Abgang, ſie war bei allen Damen der Stadt beliebt, ihr Alter machte ſie ehrwuͤrdig. Sie hatte liebkoſende Augen; ſie wußte ihre verbindlichen Reden auf eine Weiſe ein⸗ zukleiden, daß man keine Schmeichelei argwoͤhnen konnte; ſie erzaͤhlte Maͤhrchen oder Geſchichten, je nachdem man eins oder das andre gern hoͤrte; und wenn ſie dabei etwa einen ſpoͤtFtiſchen Zug einfließen ließ, war er dergeſtalt verſteckt, daß man ihn nicht fuͤr abſicht⸗ lich halten konnte. 1


