12 391. Tag.
und das Gedraͤnge der Seethiere zerſtreute ſich. Der
Nitter ſchwamm nun mitten in einem offenen Meere,
auf welchem nur noch lebloſe Thiere umhertrieben; alles was Leben hatte, war daraus entwichen.
Die drei Meerfraͤulein beobachteten von dem Felſen herab alles was vorging. Ilſaide hatte das Meer mehr⸗
mals ſich roͤthen geſehen, und jedesmal einen Schrei des
Schreckens ausgeſtoßen. Als ſie aber den Arm mit dem Schwerte ſich uͤber dem Waſſer erheben ſah, beru⸗ higte ſie ſich wieder, und ſagte:
„Da iſt wohl Blut, aber nicht das ſeinige.“
Endlich ſchien ihr das Meer ſtiller zu werden, und ſie ſah den Helden ſchwimmen, aber ins offene Meer hmaus:„da iſt er!“ ſagte ſie;„er wagt's, das Meer zu durchſchwimmen: er wird ertrinken!“
Und damit ſtuͤrzte ſie ſich in die Fluten. Ihre Schweſtern riefen ihr vergeblich, und ſprangen ihr end⸗ lich ſelber nach ins Meer.
Zwei von dem Floſſe geloͤſte Delphine, die gewoͤh lich mit ihr ſpielten, ſchwammen ihr zur Seite, ihre Anhaͤnglichkeit trieb ſie dazu, und die beruhigten Fluten ſetzten ſo geuͤbten Schwimmern keine Hinderniſſe mehr entgegen.
Flſaide gedachte bald im Stande zu ſein, dem Hel⸗ den, deſſen Schickſal ſie beunruhigte, Huͤlfe zu leiſten: aber auf einmal ſah ſie ihn untertauchen und verſchwin⸗ den. Sie tauchte auch hinab, und ward drunten Zeuge


