Der fahrende Ritter. 7
Indem er dieß ſagte, ſchob er vorſichtig alle ihm noch uͤbrigen Haare der Fuͤrſtinn in ſeinen Buſen, und begab ſich wieder zu ihr in den Saal, wo ſie ſich mit den drei Meerfraͤulein befan
„Beruhiget euch, Herrinn,“ ſprach er zu ihr, indem er ſich ihr naͤherte;„ihr ſeid von euren Feinden be⸗ freiet. Wenn ihr, fuͤr den Thron geboren, meiner Huͤlfe bedurft habt, ſo iſt nunmehr mein Rath fuͤr euch uͤber⸗ fluͤſſig: mein Geſtirn und meine Pflicht zwingen mich morgen mich von euch zu trennen; aber wenn der Himmel meine Waffen begaͤnſtigt, ſo ſeid verſichert, daß ich eure mir theure Angelegenheit nicht aus dem Geſichte ver⸗ lieren werde. Ich will morgen der Blauen Inſel eure Befehle uͤberbringen, wenn ihr mich damit beehren wollt. Ich entfuͤhre euch meine liebenswuͤrdigen Gefaͤhrtinnen: aber ich habe noch zwei Meere zu durchſchiffen, und in einem Gebiete, wo die Zwingherrſchaft jegliche Schif⸗ fahrt vernichtet hatte, werde ich noch ferner ihrer freund⸗
lichen Huͤlfe beduͤrfen.
Die Fuͤrſtinn mit den ſchoͤnen Haaren vernahm mit Bedauern, daß der junge Held, dem ſie ſo große Ver⸗ pflichtungen hatte, ſich von ihr ſo ſchleunig trennen wollte: aber ſie konnte nicht anders als mit Ehren den erbetenen Urlaub gewaͤhren, deſſen Beweggrund ſie ſo ſehr billigen mußte; und beide nahmen mit den Ver⸗
ſicherungen der vollkommenſten Hochachtung Abſchied von einander. 3


