6 390. Tag.
ſich eine Handvoll ihrer ſchoͤnen Haare aus, ſich gluͤck⸗ lich preiſend, dieſelben zu einem ſo edlen Zwecke dienen zu ſehen. Ilſaide nahm ſie, ging damit zu Habib, und uͤbergab ſie ihm. Dieſer lisß ſi nun nach dem Ein gange der Gefaͤngniſſe fuͤhren; er wiederholte dort die⸗ ſelbe Handlung, wie bei dem Felſenſturz, und alle Em⸗ pdrer wurden auf der Stelle emporgehoben und gefeſ⸗ ſelt in die Gewoͤlbe des Berges Kaukaſus gebracht.
Er beſtieg hierauf die Zimmern des Schloſſes und ſtreute von den Haaren einige in die Luͤfte, indem er ſie den Dienern des Propheten anvertraute, damit ihre Wirkung ſich uͤber alles erſtreckte, was noch von Fein⸗ den auf der Gruͤnen Inſel uͤbrig waͤre, ſo wie uͤber die⸗ jenigen, welche noch die Blaue Inſel in Beſitz hatten. Ein Getoͤſe, welches von entferntem Geaͤchze herruͤhrte, ließ ſich vernehmen und verſicherte Habib des voͤlligen Erfolges ſeiner That. 8
Jetzo hielt er einen Augenblick inne, ſich ſeines Weges zu erfreuen, und nachzudenken: 1
„Wenn ich gegenwaͤrtig vor dir erſchiene, mein theu⸗ rer Il⸗Habul, ſo wuͤrde ich weniger gedemuͤthigt ſein, als zuvor; aber ich wuͤrde nicht ſtolz ſein.
Hohe Worte gingen uͤber meine Lippen, Wunder⸗ werke folgten ihnen. Ich habe geſiegt: ſoll ich mich deſſen ruhmen? Meine Worte ſind Wind, ich habe nicht die Kraft eines einzigen dieſer Haare, die ich hier in der Hand halte.“ 8


