Der fahrende Ritter. 5
Wäaͤhrend der Zeit, daß der fuͤrchterliche Geiſt ſich aller Blicken zeigte, hielt Ilſaide ſich hinter dem Ritter verſteckt. Die Fuͤrſtinn mit den ſchoͤnen Haaren konnte ſich einer Anwandlung des Entſetzens und der Furcht nicht erwehren; Habib ſprach zu ihr:
„Beruhiget euch, Herrinn; ihr ſehet, daß eure Locken
ein koſtbarer Schatz ſind; eure Haare ſollen euch dieſen Abend noch von allen den Feinden befreien, welche die Gefaͤngniſſe eurer Burg mit ihrem unreinen Athem ver⸗ peſten, und ſelbſt von denjenigen, welche vor meiner Rache entflohen ſind, wenn ſie ſo unklug geweſen, auf dieſer Inſel eine Zuflucht zu ſuchen. 1 „Wir wollen noch mehr thun: ich ſehe hierin ein icheres Mittel, alle Empoͤrer der Blauen Inſel zu un⸗ erwerfen, ohne daß man die Muͤhe habe, ſie aufzuſn⸗ hen. Warum darf ich mir nicht ſchmeicheln, mich eben dieſes Mittel gegen Abarikaf ſelber zu bedienen, und auf Koſten aller Feinde Doratil⸗Goaſens und der eurigen, die Sterndeutung zu erfuͤllen, welche eure Haare zu Feſſeln zahlloſer Geiſterſchaaren beſtimmte! Ihr duͤrft ſie nicht ſparen, Fuͤrſtinn, uͤberliefert ſie ihrer Beſtim⸗ mung, und ihr werdet darnach nur um ſo ſchoͤner ge⸗ ſchmuͤckt ſein.“
Die Fuͤrſtinn mit den ſchoͤnen Haaren begab ſich wieder in ihr Gemach, und die drei Meerfraͤulein be⸗ dienten ſie abermals bei ihrem Anzuge fuͤr den Abend. Voll Vertrauen auf die Weisheit des Ritters raufte ſie


