Fuͤrſtinn Schoͤnhaar. 301
hinein; zahlloſe Schaaren abtruͤnniger Geiſter kamen aus den entlegenſten Gegenden der Erde herbei, und geſellten ſich zu ihm. Illabuſatru konnte ſich mit ſeiner Enke⸗ linn kaum auf der Inſel von Medinas⸗ilbalor halten, und dieſen Inſeln hier keine Huͤlfe gewaͤhren, die Mo⸗ kilraſcham und Niſabik, unter Abarikafs Befehlen, uͤber⸗
waltigten.
Dal⸗Ilſcha, mein Gemahl, wurde beſiegt und nach der Schwarzen Inſel geſchleppt, wo der abtruͤnnige Aba⸗ rikaf ihn als Geiſel bewahrte; und der verruchte Niſabik kam abermals und bot mir ſeine verhaßte Hand an.
„Koͤniginn,“ ſprach er zu mir,„deine Hand iſt er⸗ ledigt, du kannſt ſie nicht fuͤr meinen Sklaven bewah⸗ ren, ſie muß in die Hand des Siegers uͤbergehen.“
„Schnoͤder Empoͤrer!“ erwiederte ich ihm:„die Geſtirne werden es einſt verantworten mußen, daß ſie dir den Sieg verliehen haben.“
Wuͤthend entfernte er ſich, und machte mich in mei⸗ nem eigenen Palaſt zur Gefangenen.
Jeden Tag kam und erneuerte er ſeine Unverſchaͤmt⸗ heit; ich aber ſann recht darauf, ihn mit Verachtung abzuweiſen. Dennoch wollte er, verblendet wie er war, durchaus meine Hand, welche durch die Sterndeuterei ihm ſo wichtig geworden war. 4
Endlich, am Erfolge verzweifelnd, beſchloß er gegen mich die aͤußerſte Haͤrte zu gebrauchen. Ich drohte ihm,


