Teil eines Werkes 
6. Bd. (1827)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

3⁰² 388. 389. Tag..

mir die Haare Stuͤck fuͤr Stuͤck auszuraufen. Er ſchaͤumte vor Wuth, und ſagte zu mir:

Ich will dich ſchon daran verhindern: ſie ſollen dein einziger Troſt werden.

Dreihundert und neun und achtzigſter Tag.

Da geſchah es, daß dieſes Ungeheuer beſchloß, mich in einen Kaͤfig zu verzaubern, aus welchem ihr mich befreiet habt, wo er mich mit Luft ſaͤttigte, und mich mit meinen Thraͤnen traͤnkte; meine Haare waren die

einzige Huͤlle, welche mir uͤbrig blieb, mich gegen die rauhe Jahrszeit und uͤble Witterung und vor der Be⸗ ſchaͤmung zu ſchuͤtzen, daß ich ganz nackt allen Blicken blosgeſtellt war. Ich konnte ſie nur mit meinen Fin⸗ gern kaͤmmen: ſo zwang er mich, meine Haare zu er⸗ halten, welche der Urſprung meines Ungluͤcks und ſeiner thoͤrichten Hoffnungen waren.

Jeden Morgen kam er an den Fuß der Saͤule, und fragte mich, ob ich nicht muͤde waͤre ſo zu leiden, und ihm endlich meine Hand geben wollte. Ich bat ihn inſtaͤndig um den Tod; er aber antwortete mir, indem er mit der Hand Waſſer in die Luft emporſpritzte.

Lebe, leide, ſeufze, weine, und kaͤmme dich. Je⸗ den Abend kam er wieder und drang in mich, ſeine