Der fahrende Ritter. 291
kann ich mich ohne Berathung nicht entſcheiden, und i erf Antwort geben, nachdem ich drei Gebete gethan habe.“
Habib war wie in einem Felſenſchlunde vergraben; kaum aber hatte der Staub ſich zerſtreuet, als er es uͤber ſeinem Haupte wie zwei Sterne leuchten ſah: es waren die reizenden Augen des juͤngſten Meerfraͤuleins.
„Ihr ſeid es, Herr!“ rief ſie ihm zu;„wie gluͤck⸗ lich ſind wir! Wir zitterten fuͤr euer Leben, als wir dieſen Berg uͤber euch zuſammenſtuͤrzen ſahen! Faſſet hier meine Haare, Ritter; fuͤrchtet nicht, mir wehe zu thun, ich habe Kraft und Muth.“
Indem ſie dieſes ſagte, ließ ſie ihre Flechten zu ihm hinab: er ergriff das Ende, hielt ſich feſt, und ſo zog ſie ihn aus dem Schlunde empor.
Das erſte was Habib that, war, ſeiner Befreierinn Dank zu ſagen.
„Ich habe nichts fuͤr euch gethan, 4 erwiederte ſie ihm:„danket mir alſo nicht: ich moͤchte euch gern zum gluͤcklichſten der Menſchen machen!“
Zu gleicher Zeit reichte ſie ihm die Hand, und half ihm von Felſen zu Felſen, bis ſie endlich an den aͤußern Wall um die Graͤben der ſtaͤhlernen Veſte gelangten, welche ſonſt Niſabiks gewoͤhnlicher Sitz war.


