Simuſtapha und Ilſetilſone. 13
voraus, den beiden Liebenden die Ankunft der Geiſter⸗ Koͤniginn zu verkuͤndigen.
Dieſe wuͤrden verlegener geweſen ſein, wenn die Koͤniginn ſie nicht bei ihrem Eintritte durch wieder⸗ holte Beweiſe der Zaͤrtlichkeit beruhigt haͤtte; ſie um⸗ armte beide, und ſetzte ſich in ihrer Mitte zu Tiſche.
„Ich wage nichts,“ ſprach ſie,„daß ich bei ei⸗ nem Sterblichen, dem Zoͤglinge meines vielgeliebten Benalab, zu Gaſte komme. Ich habe geholfen, meine theure Prinzeſſinn, euch das Muſter aller Gat⸗ ten zu verſchaffen; erlaubet wenigſtens, daß ich eure Gluͤckſeligkeit theile. Indem ich euch den Werth einer ſo großen Wohlthat zu erkennen gebe, will ich fort⸗ fahren, euch beide durch meine Macht und meinen Rath zu beſchuͤtzen. Beunruhiget euch alſo nicht, Simuſtapha, uͤber meine uͤberſchwaͤngliche Liebe zu euch; ſie iſt voll Zartgefuͤhl, und wird euch niemals Unfrieden, noch Verdruß verurſachen, den einzigen Fall ausgenommen, daß ihr aufhoͤrtet, meine Liebe zu erwiedern.— Werdet ihr es ihm erlauben, meine theure Ilſetilſone?“ fragte ſie, indem ſie ſie um⸗ armte. 1
„Wenn mein Gatte,“ antwortete die junge, un⸗ befangene Prinzeſſinn,„euch nicht liebte, ſo wuͤrde ich mit Recht an ſeiner Liebe zu mir zweifeln; ich habe ihm mein Herz geſchenkt, und er hat euch ſo zwei Herzen darzubieten, zur Vergeltung der Huld, womit


