4 326. Tag.
Simuſtapha zog hierauf ſein praͤchtiges Kleid an. Ilſetilſone erfreute ſich des Anblicks dieſes Putzes.
„Der meinige,“ ſagte ſie,„iſt mir gegenwaͤrtig unnuͤtz; wenn ich dieſen Staat im Palaſte meines Vaters zur Schau truͤge, wuͤrde ich eine Neugier er⸗ regen, welche ich unmoͤglich befriedigen koͤnnte.“
Indem ſie dieſe Worte ausſprach, beſchlichen ſie die Vorlaͤufer des Schlafs. Simuſtapha empfand die⸗ ſelbe Wirkung, und hatte kaum noch Zeit, ſich auf ein Sopha hinzuwerfen, ohne ſich ſeiner Kleidung zu entledigen. Die Prinzeſſinn ſchlief ſchon, und der Geiſt brachte ſie in den Palaſt des Chalyfen zuruͤck.
Hierauf flog Dſchemal zu Setelpedur, und erſtat⸗ tete ihr Bericht, auf welche Weiſe ihre Geſchenke aufgenommen worden, und welcher Ausdruͤcke ſich Simuſtapha bedient hatte, ſeine Dankbarkeit zu be⸗ zeugen: er ſagte mehr, als die Koͤniginn hoͤren wollte.
Setelpedur glich nicht mehr ſich ſelber; ſeitdem ſie von Simuſtapha's Reizen eingenommen worden, war ſie inneren Kaͤmpfen hingegeben, deren Gewalt ſie zuvor niemals erfahren hatte; die Eiferſucht begann, ihr Herz in Unruhe zu ſetzen; ſie erſtaunte uͤber ihren eigenen Zuſtand: ſie, die bisher nur beſchaͤftigt war, die Leidenſchaften Anderer zu zuͤgeln, die niemals die Macht derſelben empfunden hatte, und ſtaͤts unem⸗ pfindlich geweſen war fuͤr die Reize der Bewohner


