Die unbekannte Dame. 31
ſieben Tage bei ihnen. Zugleich fang auch dein Ge⸗ ſchaͤft wieder an. Ich habe triftige Gruͤnde, dich zur Fortſetzung deſſelben aufzufordern.—
Zuboͤrderſt wird es zum Deckmantel unſrer Verbin⸗ dung dienen: es giebt dir Gelegenheit, nach Belieben, zu erſcheinen und zu verſchwinden, ohne den Verdacht zu erregen, daß dieß wegen einer heimlichen Verbin⸗ dung, wie die unſrige, geſchaͤhe. Sodann ſetzt es dich in den Stand, durch ein ehrenvolles, freies und edelmuͤthiges Benehmen die oͤffentliche Achtung zu er⸗ werben, deren wir einſt zur Ausſoͤhnung beduͤrfen wer⸗ den; denn der Chalyf Harun herrſcht hier, und er hat uͤberall Ohren, ungerechnet die ſeinigen, von denen er fleißig Gebrauch macht.
Geh alſo hin; mein Herz folgt dir uͤberall, wo du ſein magſt; koͤnnte es ſich ſichtbar machen, ſo wuͤrdeſt du es unaufhoͤrlich dich umſchweben ſehen. Uebrigens bleibſt du an meiner Hand: wir haben un⸗ ſre alte Vertraute; durch ſie kann ich dir das Ver⸗ gnuͤgen verſchaffen, von mir reden zu hoͤren, waͤhrend ich das Vergnuͤgen habe, von dir Nachricht zu erhal⸗ ten und dir meine Wuͤnſche mitzutheilen.— Vor allen Dingen,“ fuͤgte ſie hinzu,„weil deinen Aeltern un⸗ ſre Heirat nicht verborgen werden kann, empfiehl ih⸗ nen das tiefſte Stillſchweigen uͤber dieſelbe.“
Nach dieſen Worten befahl meine Gattinn, da der Abend nahte, mir wieder eine Binde um die Augen


