Teil eines Werkes 
5. Bd. (1827)
Entstehung
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Die unbekannte Dame. 29

Bei der Lebhaftigkeit und der Aufrichtigkeit, mit welcher ich meine Betheurungen ausdruͤckte, fuͤllten ſich die Augen meiner Unbekannten mit Thraͤnen.

„Haleſchalbeh,“ ſprach ſie zu mir,„leget die Hand auf mein Herz, und fuͤhlet, wie bewegt es durch die Furcht iſt, welche ich hegte, daß ihr meine Bedingungen nicht annehmen wuͤrdet: wir ſind nun fuͤr immer vereinigt. Haͤttet ihr aber nur im gering⸗ ſten angeſtanden, ſo haͤtte ich mein Gluͤck meinem Zartgefuͤhl geopfert, und wir waͤren fuͤr immer ge⸗ ſchieden.“

Zweihundert und ein und ſechzigſter Tag.

Waͤhrend ſie ſo ſprach, hielt ich meine Hand an ihrem Herzen, deſſen Bewegung bald in das meine uͤberging. Ich druͤckte meine Gattinn zaͤrtlich in meine Arme; ſie ſank ohnmaͤchtig hin. Ich rief eine Skla⸗ vinn, und die leichteſte Huͤlfe vertrieb einen Unfall, deſſen Urſache nicht gefaͤhrlich war: die Abgoͤttinn meines Herzens oͤffnet wieder ihre beiden ſchoͤnen Au⸗ gen, und ich ſehe ſie liebevoll ſich zu mir wenden...

Ich kuͤrze, ehrwuͤrdiger Derviſch, den Bericht von den uͤbrigen Begebenheiten meiner Heirat ab; er kann eure Theilnahme nicht in Anſpruch nehmen, obwohl