Teil eines Werkes 
5. Bd. (1827)
Entstehung
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Die unbekannte Dame. 21

ſelber:dieſe Dame iſt ſehr reizend! ſodann verfiel ich in eine lange und tiefe Traͤumerei.

Als nun die Alte mir zu verſtehen gegeben hatte, daß die unbekannte Dame mich liebte, fuͤhlte ich mich von hoͤchſter Leidenſchaft entbrannt. Ich befahl mei⸗ nen Sklaven, meinen Laden zu ſchließen, und heim⸗ zugehen, um meinen Vater und meine Mutter zu benachrichtigen, daß ich nicht nach Hauſe kommen wuͤrde, weil ich zur Beluſtigung mit meinen Freun⸗ den nach einem von der Stadt entlegenen Garten ginge; und ſo uͤberließ ich mich der Fuͤhrung der Alten. Euer Vertrauen zu mir, ſagte ſie unterweges, wird euch nicht gereuen; ihr muͤßt mir aber einen neuen Beweis deſſelben geben: wenn nun die Dame euch nicht anſtaͤnde, wenn die Antraͤge, welche ſie euch machen wird, nicht nach eurem Geſchmacke waͤ⸗ ren, ſo iſt, nach eurer Trennung, ihr ſehr daran gelegen, euch immer unbekannt zu bleiben; ihr Zart⸗ gefuͤhl fordert es, und ich habe Befehl, euch eine Binde um die Augen zu legen, damit ihr niemals baß Haus wiederfinden koͤnnet, welches ihr betreten

0. 3 4 Ich unterwarf mich ohne Muͤhe dieſer Bedingung; wir traten unter eine Vorhalle, und dort hinter zwei vorſtehenden Saͤulen, verband ſie mir die Augen mit einem ſehr dichten ſeidenen Tuche. Dann ließ ſie mich