Die unbekannte Dame. 15
Frauen verſchob ihren Schleier weit genug, um mich eine Schoͤnheit erblicken zu laßen, von welcher meine Augen ploͤtzlich geblendet wurden.
Beide ſetzten ſich auf ein Sopha; ſie verlangten die reichſten Stoffe zu ſehen, wurden uͤber den Preis mit mir einig, und kauften mir fuͤr dreitauſend Tha⸗ ler ab. An dieſem Handel gewann ich, nach meiner Rechnung, fuͤnfhundert Thaler. Die Waaren wurden eingepackt, und Sklaven trugen ſie auf Befehl derje⸗ nigen, die ich fuͤr die Herrinn hielt, hinweg. Ich war im Begriff, ſo zu ſagen, die Hand nach meiner Bezahlung auszuſtrecken, als die junge Dame das Wort nahm, und alſo zu mir ſprach:
„Haleſchalbeh, ich habe kein Geld bei mir;— aber ihr duͤrft wegen eurer Bezahlung nicht beſorgt ſein, in wenigen Tagen komme ich wieder her, ſie euch zu bringen, und ich gedenke bei euch noch an⸗ ſehnlichere Einkaͤufe zu machen.“
Zweihundert und acht und funfzigſter Tag.
f Ihre Begleiterinn nahm hierauf das Wort, und agte:.
„Oh Gebieterinn, ihr redet ja mit dem Sohne des Vorſtehers der Kaufmannſchaft, einem Manne von bekanntem Reichthum, und deſſen Werth der Chalyf


