Die unbekannte Dame. 13
von Allen der zugaͤnglichſte fuͤr uns: drum bauet auf meinen Eifer; ich bin im Stande, euch zu dienen, und ihr werdet eure Schickſale einem verſchwiegenen Ohr und einem wahrhaft liebreichen Herzen anver⸗ trauen.“
Der junge Mann ſeufzte von neuem, ſaß einen Augenblick in tiefen Gedanken, vergoß einige Thraͤnen, und begann dann ſeine Geſchichte alſo:
„Ich heiße Haleſchalbeh, mein Vater iſt Vor⸗ ſtand der Kaufmannſchaft von Bagdad. Eines Tages lud er die vornehmſten Kaufleute der Stadt zu einem Abendeſſen ein. Jeder hatte ſeinen aͤlteſten Sohn mitgebracht, und nach dem Mahle, welches glaͤnzend und froͤhlich geweſen war, unterhielten ſich die Gaͤſte aͤber die mancherlei Abſichten, welche ſie mit ihren Kindern haͤtten..
Der eine ſchickte ſeinen Sohn in ein auswaͤrtiges Handelshaus; der andre vertraute dem ſeinigen ein mit Waaren befrachtetes Schiff an; der dritte uͤber⸗ gab ihm irgend einen Zweig ſeines Handels: mit Ei⸗ nem Worte, ich hoͤrte, wie alle meine Altersgenoſſen vortheilhaft angeſtellt, oder ausgeſtattet werden ſollten. Nachdem man ſich uͤber dieſe mannigfaltigen Auord⸗ nungen beſprochen hatte, ging die Geſellſchaft aus einander.
Als ich mit meinem Vater allein war, machte ich ihm bemerklich, daß ich, als Sohn des erſten unſers


