368— 252. Tag.
Sie befahl ihm mit erzuͤrntem Tone, die Urſache anzugeben, welche ihn bewogen hatte, bei dem An⸗ blicke des Bildniſſes uͤber dem Springbrunnen Thraͤnen zu vergießen. Er, am ganzen Leibe zitternd, erzaͤhlte ihr ſein Ungluͤck. Ghuͤlnas ließ ihn hierauf ins Ge⸗ faͤngnis ſetzen.
Der Zufall fuͤhrte einige Tage darnach die drei Fiſcherbruͤder an denſelben Brunnen; ſie erkannten in dem Bildniſſe, welches ihn zierte diejenige, die ſie aus dem Waſſer gerettet hatten: die keinesweges er⸗ loſchene Flamme entzuͤndete ſich von neuem bei dieſem Anblick, und ſie konnten ſich nicht enthalten zu ſeufzen.
Sie wurden alsbald auch vor Ghuͤlnas gefuͤhrt,
welche ſie ebenſo befragte, wie den Waſſertraͤger, und
ſie ebenfalls ins Gefaͤngnis ſchickte.
Der Ritter und der Jude kamen endlich auch an dieſen Springbrunnen, aͤußerten dieſelben Empfindun⸗
gen und hatten daſſelbe Schickſal.
Als nun alle beiſammen waren, ließ die Veſyrs⸗
Tochter ſie vor ſich kommen, und ſprach zu ihnen, mit bewegter Stimme: „Wenn nun die Perſon, welche der Gegenſtand
eurer Sehnſucht iſt, hier vor euren Augen erſchiene,
wuͤrdet ihr ſie wieder erkennen?“ Und indem ſie dieſes ſprach ſchlug ſie ihren koͤnig⸗ lichen Mantel zuruͤck, und ließ ſich in den Kleidern


