Teil eines Werkes 
4. Bd. (1827)
Entstehung
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Die Veſyrs⸗Dochter. 367

keit angedeihen zu laßen. Ihre Unterthanen bewun⸗ derten die Weisheit ihrer Regierung, und ſegneten das Geſchick, welches ihnen einen Koͤnig zugefuͤhrt hatte, der mehr mit ihrem als ſeinem eigenen Gluͤcke be⸗ ſchaͤftigt war.

Nachdem die ſchoͤne Ghuͤlnas eine zeitlang ſo regiert hatte, ließ ſie an dem Thore der Stadt einen praͤchti⸗ gen Springbrunnen erbauen. Als dieß Gebaͤude vollendet war, ließ ſie ihr Bildnis malen, aber, ohne dem Maler ihre beſonderen Gruͤnde anzugeben, in Geſtalt

und Tracht einer Koͤniginn. Dieſes Bildnis wurde

hoch uͤber dem Springbrunnen angebracht, und in der Umgegend ſtellte ſie Spaͤher auf, mit dem Befehle, ihr alle diejenigen zuzufuͤhren, welche bei dem An⸗ blicke des Bildes Seufzer ausſtoßen oder irgend ein Zeichen des Schmerzes aͤußern wuͤrden.

Indeſſen war der Waſſertraͤger untroͤſtlich uͤber den Verluſt ſeiner geliebten Sklavinn; er durchwanderte alle Staͤdte, in der Hoffnung, ihre Spur zu ent⸗

decken. Endlich kam er auch an dieſen Springbrunnen,

und kaum hatte er die Zuͤge des theuren Weſens er⸗ blickt, welches ſtaͤts ſeinem Geiſte gegenwaͤrtig war, als er einen tiefen Seufzer ausſtieß. Die Soldaten ergriffen ihn ſogleich und fuͤhrten ihn zu Ghuͤlnas, welche er in ihrer Verkleidung weit entfernt war, zu erkennen.