Teil eines Werkes 
4. Bd. (1827)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

35⁵8⁸ 2349. 250. T a g.

Nichts konnte ſeiner Ueberraſchung gleichkommen, als ſeine Freude, als er beim ungeduldigen Oeffnen des Kaſtens darin ein Fraͤulein von hinreißender Schoͤnheit erblickte.

„Reizende Huri,“ ſprach er zu ihr,—„denn ohne Zweifel ſeid ihr eine jener himmliſchen Nymphen, welche zur Wonne der Auserwaͤhlten in jener Welt beſtimmt ſind,— durch welches ſeltſame Abenteuer ſeid ihr in dieſen Kaſten verſperrt?“

Die Veſyrstochter, die ſich nicht zu erkennen ge⸗ ben wollte, antwortete ihm:

„Ihr ſeht eine Ungluͤckſelige vor euch, welche das Schickſal verfolgt: es hat mich jetzo zu eurer Skla⸗ vinn gemacht, ich murre nicht daruͤber, und ihr ſollt in mir alle die Unterwuͤrfigkeit und Treue finden, welche ich euch ſchuldig bin.“

Zweihundert und funfzigſter Tag.

Die liebenswuͤrdige Ghuͤlnas beſaß zu viel Reize, als daß ihr Herr nicht die Macht derſelben empfunden haͤtte. Sie war ſeine Sklavinn, und er konnte nach Gefallen uͤber ſie ſchalten: aber er hatte bei ſeiner Liebe ein Zartgefuͤhl, welches ihn weit uͤber ſeinen Stand erhub. Sein Gluͤck haͤtte ihn als bloße Folge des Zwanges unvollkommen geduͤnkt, und er wollte es