Teil eines Werkes 
4. Bd. (1827)
Entstehung
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356. 249. Tag.

Die Tochter des Koͤnigs empfand einen ſo heftigen Verdruß, als ſie ſah, daß Ghuͤlnas,(ſo hieß die Veſyrstochter,) ihr vorgezogen wurde, daß ſie in ein toͤdtliches Siechthum verfiel. Ihr beſorgter Vater ließ die Aerzte kommen, welche verſicherten, daß das Uebel der Prinzeſſinn nur von irgend einem geheimen Herzeleid herruͤhrte..

Der Koͤnig drang in ſeine Tochter, ihm ihr Herz zu eroͤffnen. Um ſie dazu zu bewegen, verband er ſich durch einen feierlichen Eid, ihr alles zu gewaͤh⸗ ren, was ſie verlangen moͤchte, und ſollte es ihn auch die Haͤlfte ſeines Koͤnigreichs koſten. Die Toch⸗ ter Aladins, weit entfernt, die niedrige Eiferſucht welche ſie beſeelte, geſtehen zu wollen, haͤtte ſie geern vor ſich ſelber verborgen. Aber geruͤhrt von den Be⸗ weiſen der Zaͤrtlichkeit, welche ihr Vater ihr gab, und von dem tiefen Schmerze, welchen er bezeugte, konnte ſie nicht laͤnger widerſtehen, und bekannte ihm, das Ghuͤlnas die Urſach ihrer Leiden waͤre, welche nur durch Entfernung dieſer verhaßten Nebenbuhlerinn endigen wuͤrden.

Aladin ſuchte ſeine Tochter zu troͤſten, und verſi⸗ cherte ſie, daß ſie binnen kurzer Zeit nicht mehr von derjenigen hoͤren wuͤrde, die ihre Leiden verur⸗ ſachte..

In der That ließ er ſogleich ſeinen Groß⸗Veſyr kommen, und ſprach zu ihm: