35² 248. Ta g.
ihm eine Gattinn aus, welche er ſeiner wuͤrdig ach⸗ tete, und die gegenſeitige Zuneigung der beiden jun⸗ gen Liebenden rechtfertigte bald die Wahl des Vaters. Alle drei haͤtten ſich eines dauernden Gluͤcks erfreuet, wenn nicht ein boshafter Veſyr, der nur darauf dachte, die Geluͤſte ſeines Herrn zu befriedigen, um ihn in Ueppigkeit einzuſchlaͤfern, die junge Gattinn ihrem Geliebten und Schwiegervater entriſſen haͤtte, um ſie als Sklavinn dem Sultan zu ſchenken. Als der Fuͤrſt ſich in dem Beſitz dieſes ſeltenen Schatzes ſah, ward er bald darin verliebt; aber es wollte ihm nim⸗ mer gelingen, ihr zu gefallen: ſeine Sklavinn ver⸗ zehrte ſich in Schmerz unter ſeinen Armen, ſie ſehnte ſich unaufhoͤrlich nach ihrem Gatten, dem man ſie entriſſen hatte, und erwiederte die Liebkoſungen ihres Herrn nur durch die kaͤlteſte Verſchmaͤhung. Endlich fand ihr Gatte, der ſie anbetete, Mittel, in d5 Gefaͤngnis ſeiner Geliebten einzudringen;(denn der Liebe iſt nichts unmoͤglich;) er erfreute ſich des Gluͤcks, diejenige wiederzuſehen und zu hoͤren, der er ſein Le⸗ ben geweihet hatte, als der eiferſuͤchtige Sultan ſie beide uͤberraſchte. Sein Stolz und ſeine verachtete Liebe entflammten ihn zum heftigſten Zorn: er wollte ihre Entſchuldigung nicht hoͤren, er ſah in den beiden Gat⸗ ten nur eine treuloſe Sklavinn und einen Verwegenen, der in ſein Harem eingebrochen war, zog ſeinen Dolch, und opferte ſie beide ſeiner Rache auf.
—


