28 181. Tag.
und rechneten darauf, dort wieder andere einzunehmen, welche wir in Golkonda umſetzen koͤnnten.
Als der Tag meiner Abreiſe gekommen war, ent⸗ wand ich mich den Thraͤnen Kanſaden's, und ſagte zu meinem Bruder Hur, indem ich ihn umarmte:
„Lebe wohl, mein Bruder, ich uͤberlaße dir die Beſorgung meines Hauſes und die Verwaltung meiner Habe. Schone weislich meiner Ehre und meines noch aͤbrigen Vermoͤgens. Ich empfehle dir vor allen Dingen meine Frau in Obhut zu nehmen, und ſie zu bewa⸗ chen, ich meine nicht ihre Schritte,— denn ich kenne ihre Tugend zu gut, um ihr zu mistrauen,— wohl aber die boͤſen Abſichten, welche irgend ein Feind meiner Ruhe gegen ſie hegen koͤnnte. Mit Einem Worte, handle ſo, daß ich bei meiner Heimkehr dieß theure Unterpfand ſo wiederfinde, wie ich es dir in dieſen Augenblick anvertraue.“
Hur ruͤhmte mir auf dieſe Rede ſein Zartgefuͤhl in Betreff der Ehre, und verſprach, mir von dem Auftrage, dem ich ihm hier gaͤbe, genaue Rechenſchaft abzulegen; er fuͤgte hinzu, daß die Bande des Bluts, welche uns beide vereinigten, ihn dieſe Sache als ſeine eigene Angelegenheit betrachten ließe.
Im Vertrauen auf dieß Verſprechen, reiſte ich ru⸗ hig mit meinem Gefaͤhrten ab. Wir gingen unter Segel, und ſchifften nach Szurat, mit beſtaͤndig guͤn⸗ ſtigem Winde. Dort verkauften wir unſere Waaren


