179. Tag.
„Stehet auf, Abulfauaris,“ ſagte ſie hierauf; „ich weiß nicht, ob ihr euer Gluͤck ſo ſehr zu ruͤhmen habt: Kanſade iſt keine ſo koſtbare Eroberung mehr. Leider! ich beſitze gegenwaͤrtig nicht mehr alle die Reichthumer, welche ich euch damals mit meinem Herzen anbot; ich habe den groͤßern Theil davon den Prieſtern gegeben, die mir gedient haben, und der Statthalter von Serendib hat mich die Erlaubnis, mich mit meinem Manne zu verbrennen, theuer er⸗ kaufen laßen.“
Bei dieſen Worten, welche mir eine ſo ſchoͤne Ge⸗ legenheit darboten mich in leidenſchaftlichen Reden zu ergießen, blickte ich die Geliebte zuͤrtlich an, und ſagte zu ihr: 1
„Wie ungerecht ſeid ihr, reizende Kanſade, wenn ihr argwaͤhnet, daß meine Gefähle nicht eben ſo rein ſind, als die eurigen! Als ihr in dem prachtvollen Palaſte, worin ihr mich aufnahmet, alle eure Herr⸗ lichkeit vor meinen Augen entfaltetet, ſo war ich je⸗ doch nur,— der Himmel ſei mein Zeuge!— mit euch
allein beſchaͤftigt.“


