Teil eines Werkes 
4. Bd. (1827)
Entstehung
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Abulfauaris: erſte Reiſe. 19

große Unternehmung eingegeben hat: aber um ſie un⸗ geſtraft ausfuͤhren zu koͤnnen, war ich genoͤthigt, das Mittel zu ergreifen, deſſen ich mich bedient habe. Da meine Verwandten mich todt waͤhnen, ſo kann ich ohne Furcht Serendib verlaßen, und mein Schickſal mit dem eurigen verbinden. Sehet, das iſt der ein⸗ zige Beweggrund meiner Handlung, welche euch ver⸗ wundern mußte, und welche ohne Zweifel alle Welt in Erſtaunen geſetzt hat; denn man weiß wohl, daß ich dieſen alten Herrn nicht liebte, welchen ich bloß aus Gehorſam gegen den Koͤnig geheiratet habe. Man hat ſich eingebildet, daß die Eitelkeit, fuͤr eine Hel⸗ dinn zu gelten und eine Bildſaͤule in den Pagoden zu erhalten, mich dahin gebracht, mich mit der Leiche meines Mannes zu verbrennen: aber meine Vernunft, oder vielmehr meine Liebe zu euch, hat mich dieſes aberglaͤubiſche Opfer viel richtiger wuͤrdigen laßen.“

„Wie, meine Koͤniginn,“ rief ich aus,„aus Liebe zu Abulfauaris habt ihr alſo dieſe ſinnreiche Liſt ausgefuͤhrt! um meinetwillen ſeid ihr entſchloſſen, Serendib zu ver⸗ laßen! und um die Freude vollkommen zu machen, ihr ſeid geſonnen, die Lehre unſers großen Propheten anzunehmen! Ah, ſchoͤne Kanſade, in dieſem Augen⸗ blicke macht ihr mich zum gluͤcklichſten der Menſchen.“

Mit dieſen Worten warf ich mich ihr zu Fuͤßen, und umfaßte ihre Knie mit Entzuͤcken.