16 178. Tag.
Ich war uͤberzeugt, ich wuͤrde hienach nicht mehr von dem Sklaven, noch von ſeiner Herrinn reden hoͤ⸗ ren: aber er kam denſelben Abend noch wieder, mit einem Briefchen, welches er mir uͤbergab, und wel⸗ ches ungefaͤhr folgendermaßen lautete:
„Die Unterredung, welche ihr mit meinem Sklaven gehabt, hat mir mehr Vergnuͤgen als Verdruß gemacht; ſie vermehrt noch die Unge⸗
duld, welche ich fuͤhle, euch zu ſehen: und
wenn ihr wirklich ſo ſehr mit Kanſade'n beſchaͤf⸗ tigt ſeid, wie ihr ſcheinet, ſo werden wir beide bald mit einander ſehr zufrieden ſein.“
Dieſe geheimnisvollen Worte gaben mir viel zu denken, oder vielmehr, ſie ſchienen mir auf gut Gluͤck hingeſchrieben. Ich konnte gleichwohl dem Geluͤſte nicht widerſtehen, mich daruͤber auf der Stelle aufzu⸗ klaͤren.
Ich folgte dem Sklaven, der mich nach einem kleinen Hauſe fuͤhrte, undgmich in ein ſehr einfaches Zimmer treten ließ, wo er mich verließ, um, wie er ſagte, ſeine Herrinn zu benachrichtigen.
Ich erwartete ſie nicht lange; ſie kam; aber ſtellt euch vor, in welchen Zuſtand ich mich verſetzt fuͤhlte, als ich ihr Antlitz ſah, und erkannte, daß ſie— die Prinzeſſinn Kanſade ſelber war, welche ich laͤngſt in Aſche verwandelt waͤhnte.“—


