Abulfauaris: erſte Reiſe. 15
da ich ſie niemal geſehen habe, ſo beleidigt ſie meine Gleichguͤltigkeit nicht.“
„Man muß geſtehen,“ hub der Sklave wieder an, „ich bin nicht gluͤcklich in meinen Unterhandlungen: in⸗ deſſen bin ich verſichert, wenn ihr nur einen Augen⸗ blick mit der Frau von welcher die Rede iſt, geſpro⸗ chen haͤttet, ihr wuͤrdet von ihr bezaubert ſein, wie groß auch eure Anhaͤnglichkeit an Kanſade'n ſei.“
„Ihr irret euch,“ erwiederte ich dem Sklaven; „ihr verſteht die Bewegungen des Herzens nicht richtig zu beurtheilen: ihr bildetet euch ein, daß eure vorige Herrinn mich noch liebte und nichts lieber wuͤnſchte, als mich wiederzuſehen, ſo bald ſie meine Ankunft in Serendib vernaͤhme..“
„Ich raͤume ein,“ unterbrach er mich,„daß ihr Recht habet, mir dieſe Vorwuͤrfe zu machen: aber fuͤr dießmal, glaubet mir nur, daß ich meiner Sache et⸗ was gewiſſer bin; williget nur ein, daß ich dieſe Nacht zu euch komme und euch hinfuͤhre.“
„Nein,“ rief ich aus,„nein, ich kann mich nicht dazu entſchließen: ich kenne die Frauen zu gut, um dieſe da auf eine aͤhnliche Probe zu ſtellen. Welcher Aerger fuͤr ſie, wenn mein Herz ihr entſchluͤpfte!“
Der Sklave mochte mich noch ſo viel verſichern, ſie waͤre ſo verſtaͤndig, daß ſie mir aus meiner Beſtaͤn⸗ digkeit gegen Kanſade'n kein Verbrechen machen wuͤrde, ich ſchlug es ab, ſie zu ſehen.


