177. Tag.
„Freund,“ ſagte ich jetzo zu Habib,„wie viel Urſache ich auch habe, Kanſade'n zu vergeſſen, ſo ver⸗ zweifle ich jedoch, es dahin zu bringen, und ich kann, nach dem was vorgegangen iſt, nicht laͤnger in Se⸗ rendib bleiben: erlaubet mir, daß ich mich von hier entferne, und nach Baßra heimkehre.“
Mein Wirth wollte mir keinen Zwang anthun, und willigte ein. Wir begaben uns gleich am folgen⸗ den Tage nach der Stadt; und das erſte, was ich hier, bei meiner Ankunft that, war, mich zu erkun⸗ digen, ob nicht bald ein Schiff nach den Indiſchen Kuͤſten abginge. Ich erfuhr, daß ein Schiff von Szu⸗ rat, mit gemalter Leinwand beladen, ſo eben in dem Hafen angekommen waͤre, und binnen kurzer Zeit ſeine Waaren verkauft haben wuͤrde. Ich beſchloß, mich dieſer Gelegenheit zu bedienen, und waͤhrend ich ſo die Abreiſe erwartete, fuͤhrte ich in Habibs Hauſe ein ſehr trauriges Leben. Wie ſehr ſich mein Wirth auch bemuͤhete, meine Schwermuth zu bekaͤmpfen, er vermochte ſie nicht zu zerſtreuen. Er ſparte gleichwohl nichts, um es zu bewirken: es verging kein Tag, wo er mir nicht irgend ein neues Vergnuͤgen darbot; er 5 mir kein Mahl, welches nicht mit Geſang und
anz waͤre begleitet geweſen.
Er unterließ nicht, die reizendſten der Taͤnzerinnen zu ſich kommen zu laßen„ die unter dem Schutze der


