Teil eines Werkes 
4. Bd. (1827)
Entstehung
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Abulfauaris: erſte Reiſe. 11

freiwilligen Tod ſich ewige Gluͤckſeligkeit erwerben werde; uͤberdieß hat ſie ſich vielleicht durch die Ehre blenden laßen, welche man dieſen ungluͤcklichen Schlachtopfern nach ihrem Tode zeigt. Denn man ehret hier ihr Andenken hoͤchlich; man errichtet ihnen ſo⸗ gar Standbilder in den Pagoden:*) mit einem Worte, man verehret ſie als Gottheiten: und dieß iſt es ohne Zweifel, was die Frauen, welche den Tod verlangen, zu dieſer Wuth begeiſtert, daß ſie die Zuruͤſtungen ih⸗ rer Opferung mit anſehen, ohne zu erbleichen.

Dieſe Betrachtungen Habibs veranlaßten mich zu anderen. Ich bedachte, wenn Kanſade mich ſo geliebt haͤtte, wie ich ſie liebte, ſo waͤre ſie nicht ſo bereit⸗ willig geweſen, ſich zu verbrennen; ſie haͤtte mir ge⸗ wis zuvor nochmals entbieten laßen, daß ſie ſich nicht opfern wuͤrde, wenn ich ſie nun unter den fruͤ⸗ her von mir verworfenen Bedingungen heiraten wollte; ſie haͤtte mich auf dieſe Probe ſtellen muͤßen, welche mich ohne Zweifel ſehr ins Gedraͤnge gebracht haben wuͤrde.

Ich hatte alſo triftige Gruͤnde genug, mich uͤber ihren Tod zu troͤſten, und gleichwohl konnte ich nie⸗ mals daran denken, ohne daß mein Schmerz ſich er⸗ neute.

*) Götzen⸗Tempeln.