Teil eines Werkes 
4. Bd. (1827)
Entstehung
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10 177. Tag. Hundert und ſieben und ſiebzigſter Tag.

Endlich kam ich wieder zu Habib. So bald er mich erblickte, fragte er mich nach der Urſache der Betruͤbnis und Gemuͤthsbewegung, welche ich blicken ließ. Ich ſagte ſie ihm, und dieſer edelmuͤthige Freund begleitete ſeine Thraͤnen mit denen die ich vergoß, in⸗ dem ich ihm alles erzaͤhlte.

Es wundert mich, ſagte er zu mir,daß Kan⸗ ſade einem alten Herrn in den Tod hat folgen wollen, den ſie, allem Anſcheine nach, nicht liebte.

Wie, unterbrach ich ihn,hing es denn von ihr ab, ihn zu uͤberleben? Sind die Frauen hier nicht verpflichtet, ſich mit den Leichen ihrer Maͤnner zu verbrennen?

Nein, erwiederte Habib;man zwingt ſie kei⸗ nesweges, ſich zu opfern: im Gegentheil laͤßt der Statthalter, auf Befehl des Koͤnigs, alle die Witt⸗ wen, die verbrannt werden wollen, vor ſich kommen, um ſie uͤber dieſes truͤbſelige Vorhaben zu befragen; er bemuͤht ſich, ſie davon abwendig zu machen, und kurz, er gibt ihnen nur dann die Erlaubnis zum Todesopfer, wenn ſie durchaus darauf be⸗ ſtehen.

Kanſade hat alſo, fuhr er fort,gern ſterben wollen, in der Ueberzeugung, wie alle Frauen, die ſich ſo opfern, daß ſie durch dieſen ruͤhmlichen und