Abulfauaris: erſte Reiſe. 8* 7
dreißig tauſend Menſchen um den Tempel und um die Huͤtte verſammelt.
Damit kein Umſtand bei dieſer Feierlichkeit meiner Neugier entginge, draͤngte ich mich durch die Menge und naͤherte mich dem Scheiterhaufen ſo ſehr als moͤglich. Ich zaͤhlte gegen zwanzig Prieſter, welche jeder ein Buch in der Hand hatten. Sie begannen, Gebete herzuſagen, bis das Schlachtopfer kaͤme.
Es war beinahe Nacht, als die Frau ankam. Sie ritt ein weißes, reich aufgeſchirrtes Roß, und folgte, mit Blumen bekraͤnzt, der Leiche ihres Man⸗ nes, welche ſechs Maͤnner auf einem praͤchtigen Pa⸗ lankin trugen. Zwoͤlf Frauen, ebenfalls zu Pferde, geſchmuͤckt mit Ringen, Armbaͤndern und dicken Span⸗ gen von Gold und Silber, begleiteten ſie. Alle tru⸗ gen langes Haar, Halsbaͤnder von Perlen, ſchoͤne Ohrringe, und goldene Kraͤnze, daran Silberbleche mit Rubinen geſchmuͤckt, ihr Antlitz zur Haͤlfte be⸗ deckten. Sie hatten keine lange Oberrcke, ſondern nur ſehr zierliche Leibchen an, deren Aermel bis auf den Ellbogen herabgingen. Mehrere Spielleute folgten dieſen Frauen, die ſaͤmmtlich Sklavinnen der Herrinn waren, die geopfert werden ſollte. Ihre Verwandten und Freunde folgten hinterdrein, tanzend und ſingend, um ihre Freude daruͤber auszudruͤcken, daß ſie eine ſo hachherig Frau in ihrer Familie oder zur Freundinn


