Teil eines Werkes 
4. Bd. (1827)
Entstehung
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6 176. Tag.

blendung dieſer Gotzendiener zu beklagen, deren grauen⸗ volle Froͤmmigkeit die Wuth heiligt; oder vielmehr ich verwuͤnſchte deshalb ihre Prieſter, von welchen ich

ſchon zu Szurat gehoͤrt hatte, wo die Heiden auch

dieſen Gebrauch beobachten. Ich wußte daß die ab⸗ ſcheulichen Diener ihrer Goͤtzentempel dieſes unmenſch⸗ liche Geſetz aufrecht erhalten, um deſto bequemer leben zu koͤnnen.

So wie die Stunde dieſer ſcheußlichen Hinrichtung herannahte, fuͤllte ſich allmaͤhlich das Gefilde von Leuten. Die Mehrzahl der Einwohner der Stadt kam heraus, zuzuſchauen, die Einen zu Fuße, die Anderen zu Pferde. Ich bemerkte darunter mehrere Vornehme, die auf Palankinen**) getragen wurden, und denen Sklaven vorausgingen, einige mit Fahnen in den Haͤnden, die uͤbrigen Trompeten blaſend. Auch ſah ich den Statthalter von Serendib daherkommen: er ſaß auf einem Elephanten, und erſchien in der Mitte von zehn oder zwoͤlf Perſonen, die mit ihm unter ei⸗ nem Zelte ſaßen, welches man auf dem Ruͤcken des großen Thieres ausgeſpannt hatte. Binnen weniger

als zwei oder drei Stunden, hatten ſich mehr denn

*) Ein Palankin hat faſt die Geſtalt eines Ruhebettes; es

iſt gewöhnlich mit einem reichen Stoff überzogen, und vier Männer tragen ihn auf den Schultern.