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Geheimen zu ſehen, und daß ſie ſich meine Liebe ge⸗ fallen laßen moͤchte. Von einer ſo ſchmeichelhaften Vorſtellung eingenom⸗ men erwartete ich taͤglich, daß der Sklave, der mit mir geſprochen hatte, mich bei Habib aufſuchen ſollte, wohin ich ihn beſchieden hatte: aber meine Erwartung war vergeblich; ein ganzer Monat verlief,“ ohne daß ich irgend etwas von Kanſade'n vernahm.
Ich zog hieraus den Schluß, daß der Sklave die Empfindungen ſeiner Herrinn unrichtig beurtheilt haͤtte, und daß der Herr, den ſie geheiratet, von ihr geliebt wuͤrde, oder daß endlich ihre Tugend uͤber ihre Liebe zu mir den Sieg davon getragen haͤtte. 1
Erfuͤllt von dieſem letzten Gedanken, welchen ich, in meiner Eitelkeit, fuͤr den richtigen hielt, zog ich mich in ein recht huͤbſches Landhaus zuruͤck, welches der Handelsfreund meines Vaters eine Viertelmeile von der Stadt Serendib hatte.
Hier war meine Beſchaͤftigung, zu luſtwandeln, oder vielmehr, beim Umherwandeln an den geliebten Gegenſtand zu denken, von dem ich erfuͤllt war.
Eines Tages entfernte ich mich unnvermerkt von dem Landhauſe; und indem ich ſo an einem Strome hinſchritt, gelangte ich an einen Goͤtzentempel, wel⸗ cher am Ufer deſſelben erbauet war. Nachdem ich die Bauart deſſelben bewundert hatte, zog ploͤtzlich ein


