Séyfel Muͤluk. 11
dieſes Wirbels ſtieß ploͤtzlich ein gewaltiger Vogel auf mich hernieder, ergriff mich mit ſeinen Faͤngen, hub mich empor und entfuͤhrte mich durch die Luft nach dieſem Schloſſe, wo er ſich alsbald verwandelte, und ſich in der Geſtalt eines jungen Geiſtes zeigte. „Prinzeſſinn,“ ſprach er zu mir,„ich bin einer der maͤchtigſten Geiſter dieſer Welt. Als ich heute an
der Inſel Serendib voruͤber kam, erblickte ich euch im
Bade, und ihr habt mich bezaubert:„Wie ſchoͤn iſt dieſe Prinzeſſinn!“ ſagte ich bei mir ſelber; es waͤre Schade, daß ſie einen der Kinder Adams begluͤckete; ſie verdient wohl die Zuneigung eines Geiſtes; ich muß ſie entfuͤhren, und ſie nach einer oͤden Inſel bringen.“ Alſo, Prinzeſſinn, vergeſſet fortan euern Vater, und denket nur daran, meine Liebe zu erwie⸗ dern. Nichts ſoll euch in dieſem Schloſſe fehlen; ich werde dafuͤr ſorgen, euch alles noͤthige hier zu ver⸗ ſchaffen.“
Hundert und ſechſter Tag. Waͤhrend der Geiſt alſo zu mir ſprach, that ich nichts als weinen und wehklagen: „Ungluͤckliche Malika,“*) ſagte ich,„iſt dieß das Schickſal, das dir beſtimmt? Hat der Koͤnig mein
*) Malika bedeutet Königinn: von Malek, König.


