Séyfel Muͤluk. 9
„Ich kann es kaum glauben, was ihr mir da ſa⸗ get,“ verſetzte das Fraͤulein;„ich bin ſo uͤberzeugt, es ſei einem Menſchen unmoͤglich das zu thun, was ihr gethan habt, daß ich euch nicht fuͤr einen Men⸗ ſchen halten kann.“
„Mein Fraͤulein,“ ſagte ich zu ihr,„ich bin viel⸗ leicht etwas mehr, als ein gewoͤhnlicher Menſch. Ein Fuͤrſt iſt der Urheber meiner Geburt, aber ich bin zuletzt doch nur auch ein Menſch. Ich habe dagegen viel mehr Grund zu glauben, daß ihr von einer hoͤ⸗ hern Gattung ſeid, als ich.“
„Nein,“ erwiederte ſie,„ich bin, ſo wie ihr, von dem Geſchlechte Adams.— Aber ſaget mir,“ fuhr ſie fort,„warum habt ihr den Hof euers Vaters verla⸗ ßen, und wie ſeid ihr auf dieſe Inſel hergekommen?“
Hierauf befriedigte ich ihre Neugier; ich bekannte ihr aufrichtig, daß ich in Bedy al Dſchemal, die Tochter des Koͤnigs Schabbal, verliebt geworden, ſo bald ich ihr Bildnis geſehen haͤtte; und ich zeigte ihr dieſes; denn ich hatte es, nebſt meinem Ringe ſo gut verborgen, daß die Schwarzen es nicht bemerkt hatten.
Das Fraͤulein nahm das Bildnis, betrachtete es ſehr aufmerkſam, und ſagte dann zu mir:
„Ich habe von dem Koͤnige Schabbal reden gehoͤrt, er herrſcht auf einer Inſel in der Nachbarſchaft von


