Séyfel Muüuͤluk. 307
oder ſind meine Zuͤge unregelmaͤßig? mit Einem Worte, verdiene ich die Verachtung, welche dieſer junge Fremdling mir bezeigt?“
„Ah! meine Prinzeſſinn,“ antwortete die Lieblings⸗ ſklavinn,„es gibt keine Frau auf der Welt, welche es verdiente, mit euch in Vergleich geſtellt zu werden: nichts iſt ſo vollkommen, als eure Schoͤnheit, nichts freier und ebenmaͤßiger, als euer Wuchs. Dieſer junge Menſch muß den Verſtand verloren haben, weil er euren Reizen nicht Gerechtigkeit widerfahren laͤßt. Aber wenn ſelbſt ihr einen Undankbaren findet, ſo darf ich nicht verwundert ſein, daß dieſer andre Fremd⸗ ling wenig Geſchmack fuͤr mich hat. Ich begreife nicht, wie ein Mann euch betrachten kann, ohne euch anzubeten: wie kann dieſer junge Menſch euch mit gleichguͤltigen Augen anſehen? Er ſollte bei euerm Anblicke vor Liebe ſterben, oder doch verruͤckt werden.“
„Das iſt wahr“ erwiederte die Prinzeſſinn;„und du biſt auch ſehr liebenswuͤrdig und deine Huld iſt nicht zu verſchmaͤhen. Wir wollen uns aber an die⸗ ſen beiden Elenden raͤchen. Ich habe von dem Koͤnige meinem Vater ihre Begnadigung erlangt, aber ſie ſind des Lebens unwuͤrdig, welches ich ihnen laßen wollte; ſie ſollen ſterben. Man rufe etliche meiner Leute, ſie ſollen dieſe Fremdlinge nach der Pagode


