Teil eines Werkes 
2. Bd. (1827)
Entstehung
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Seyfel Muͤluk. 305

Ich geſtehe, ſagte mein Vertrauter, nachdem er mich angehoͤrt hatte,daß es ſehr unangenehm iſt, ſich in den Armen eines ſolchen Liebchens zu ſe⸗ hen; nicht ohne Grund ſeid ihr empoͤrt gegen ſie; ich verſetze mich in euer Gefuͤhl: aber das Leben iſt ein ſchoͤnes Ding! bedenket, wie traurig es iſt, in euerm Alter ſchon zu ſterben; thut euch einen Zwang an, und weichet der Nothwendigkeit.

O Saed, rief ich bei dieſen Worten aus,wel⸗ chen Rath wagſt du mir da zu geben? denkſt du, daß ich ihn befolgen koͤnnte? Wir wollen doch ſehen, ob du ſelber im Stande biſt zu thun was du anderen anraͤthſt; denn ich benachrichtige dich, daß du in demſelben Falle biſt: die Lieblingsſklavinn der Prin⸗ zeſſinn hat dieſelben Abſichten auf dich, und verlangt, daß du ſie liebeſt; ſie iſt nicht weniger liebenswuͤrdig, als ihre Gebieterinn. Fuͤhlſt du dich nun geneigt, der

Huld zu entſprechen, welche ſie dieſe Nacht dir bewei⸗ ſen will?

Saed erbleichte bei dieſer Rede, und rief aus: Gerechter Himmel, hab' ich recht gehoͤrt? die Lieh⸗ lingsſklavinn der Prinzeſſinn will, daß ich fuͤr ſie lebe? Ha! lieber moͤgen die Schwarzen kommen und mich nach ihrem Goͤtzenhauſe fuͤhren: die Schlange mich eher tauſendmal verſchlingenals ich die Liebkoſungen der Schwarzen erwiedere