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101., 102, Tag.
Sie war ſo uͤberzeugt, daß man ſie nicht anſehen konnte, ohne ſie zu lieben, daß ſie alle die Zeichen des Abſcheus, welche auf meinem Geſicht und in mei⸗ nen Gebaͤrden erſchienen, fuͤr Liebesbezeugungen hielt.
Waͤhrend dieſer Zeit kamen zwo ſchwarze Sklavin⸗ nen, breiteten Haͤute auf dem Boden aus und beſetz⸗ ten ſie bald darauf mit mehreren Schuͤſſeln Hirſe und Reis, nebſt einigen mit Hirſe gekochten Fleiſchgerich⸗ ten. Die Prinzeſſinn befahl mir, mich ſo wie ſie, auf die Haͤute hinzuſtrecken und zu eſſen.
Hundert und zweiter Tag.
Ich that dieſen Gerichten wenig Ehre an, obwohl die Prinzeſſinn nicht aufhoͤrte, mich zum Eſſen zu noͤthigen:
„Wie denn, junger Menſch,“ ſagte ſie zu mir, ndu haſt keine Eßluſt? wie ſehr ſchmeichelt dieß mei⸗ ner Neigung! in der reizenden Erwartung der Huld, auf welche ich dir gern die Hoffnung laßen will, reizt jeder Augenblick, welcher dein Gluͤck verzoͤgert, deine Ungeduld, und benimmt dir die Luſt zum Eſſen. In⸗ deſſen,“ fuhr ſie fort,„wie heftig auch das Verlan⸗ gen ſei, welches ich dir einfloͤße, ich kann nicht eher als dieſe Nacht deine Gluͤckſeligkeit kroͤnen. Ich gehe ſogleich zu dem Koͤnige meinem Vater, ihn zu bitten,


