Teil eines Werkes 
2. Bd. (1827)
Entstehung
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Séyfel Muͤluk. 299

waͤhlt, ja ich ziehe dich den groͤßten Herren des Hofes vor, die alle von meinen Reſzen hingeriſſen ſind.

Obwohl dieſe Anrede mich eben nicht uͤberraſchen konnte, weil die Lieblingsſklavinn mich ſchon genug darauf vorbereitet hatte, ſo verurſachte ſie mir doch nicht minder eine unglaubliche Verwirrung: ich konnte mich nicht entſchließen, ſo zu antworten, wie die Prinzeſſinn es wuͤnſchte; und die Furcht, ihren Zorn zu reizen, verhinderte mich wiederum, offen zu ihr zu ſprechen. Als ſie ſah, daß ich nicht antwortete, und ſelbſt verlegen war, ſagte ſie zu mir:

Junger Mann, ich bin nicht verwundert, daß du ſchweigſt und verwirrt erſcheinſt. Du verſahſt dich deſſen nicht, daß eine junge und ſchoͤne Prinzeſſinn ſich ſo weit herablaßen wuͤrde, dir einen ſolchen An⸗ trag zu machen; und die Ueberraſchung, worin dieſes unerwartete Gluͤck dich verſetzt, feſſelt deine Zunge: aber, anſtatt mich durch deine Verlegenheit beleidigt zu fuͤhlen, bekenne ich dir, daß ſie mich erfreut; ich ziehe daraus eine gute Vorbedeutung fuͤr unſre Liebe; und dieſes Schweigen, welches ohne Zweifel das Uebermaaß deiner Freude ausdruͤckt, macht mir mehr Vergnuͤgen, als alle Dankreden, welche du mir hal⸗ ten koͤnnteſt.

Indem ſie dieſe Worte ausſprach, reichte ſie mir eine ihner Haͤnde zum Kuſſe, als einen Worſchmack der Freuden, welche ſie mir aufbewahrt hatte.