16 47. Tag.
Er fuͤhrte ſie alſo bei Anbruche der Nacht mit ſich heim: es war ein kleines, ſehr einfach eingerichtetes, aber durchaus reinliches Haus, welches mehr den Anſtrich der Genuͤgſamkeit, als des Mangels trug. Der Greis gab beim Eintritte einem ſeiner Sklaven ganz leiſe einige Befehle, und dieſer kam bald darauf mit zwei Kaufmannsburſchen zuruͤck, von welchen der eine ein großes Pack ganz fertiger Manns⸗ und Frauenkleider, und der andere alle Arten von Schlei⸗ ern, Turbanen und Guͤrteln trug. Der Prinz Kalaf und ſein Vater nahmen jeder einen Kaftan von Tuch, eine Weſte von Brokat, und einen Turban von Indi⸗ ſcher Leinwand; und die Fuͤrſtinn nahm auch einen vollſtaͤndigen Anzug.
Darnach bezahlte der Wirth die Kaufleute, entließ ſie, und befahl, das Abendeſſen zu bringen. Zwei Sklaven beſetzten ſogleich eine Tafel und einen Schenk⸗ tiſch mit Porzelan, Schuͤſſeln von Sandelholz, und Korallen⸗Schalen, die von grauem Ambra dufteten. Dann trugen ſie ein treffliches Schurva*) und zwei Schuͤſſeln von Stoͤhrrogen auf. Der Chan, ſeine Gat⸗ tinn und Kalaf ſetzten ſich nun mit dem Greiſe zu Tiſche, und aßen von dieſen Gerichten; auf welche eine Gaſellen⸗Paſtete, und eine große Schuͤſſel Reis
*) Fette Fleiſchbrühe, mit Brotſchnitten anſtatt der Kräuter.


