Teil eines Werkes 
2. Bd. (1827)
Entstehung
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Kalaf und STurandokt. 11

ſehr hoher Abhang, von ſchrecklichen Kluͤften durch⸗

ſchnitten, durch welche es ſehr gefaͤhrlich zu gehen

ſchien; und doch ſah man keinen anderen Ausweg um in eine weite Ebene jenſeits zu gelangen, weil auf bei⸗ den Seiten des Berges das Land ſo mit Geſtruͤpp und Dornen verwachſen war, daß man nirgends durchdrin⸗ gen konnte.

Als die Fuͤrſtinn dieſe Abgruͤnde erblickte, war ſie daruͤber ſo entſetzt, daß ſie ein lautes Geſchrei aus⸗ ſtieß, und der Chan verlor endlich die Geduld. Er gerieth in Wuth, und ſagte zu ſeinem Sohn:

Es iſt um uns geſchehen: ich weiche meinem boͤ⸗ ſen Schickſale, ich erliege ſo vielen Leiden, und will mich ſelber in einen dieſer tiefen Schluͤnde hinabſtuͤr⸗ zen, welche mir der Himmel ohne Zweifel zum Grabe beſtimmt hat; ich will mich von der Grauſamkeit meines Misgeſchicks befreien, und lieber den Tod, als

ein ſo leidvolles Leben. 3

Sieben und vierzigſter Tag.

Der Chan, von der Wuth der Verzweiflung er⸗ griffen, wollte ſich ſchon in eine der Kluͤfte hinabſtuͤr⸗ zen, als der Prinz Kalaf ihn mit ſeinen Armen um⸗ faßte und ihn zuruͤckhielt.